Die Rü.K.B. / Helge

Hallo Freunde in Nord und Süd,
mein Herz schlägt nicht nur für die Sächsischen Schmalspurbahnen in 1:1 und 1:43,5, sondern gleiches gilt für die Rügenschen Strecken und besonders dem Nordteil der Nordstrecke. Zu dem vor fast zehn Jahren von Jelle-Jan übernommenen Fährhof-Diorama wird sich im 90-Grad-Ansatz eine Diorama vom südlichen Wieker Bahnhofsbereich mit dem Anschlussgleis zum Kinderheim anschließen. Ferner ist es ja so, dass ich die Epoche der Rü.K.B. nachstelle. Es sind die kleinen B-Kuppler im Einsatz, graue Güterwagen, die damals noch braunen und überwiegend holzbeplankten Lenz-Personenwagen und natürlich der T 1 nebst passend lackierten Beiwagen. Alles wäre unstimmig, wenn dazu nicht das epochengerecht aussehende Fährschiff am Anleger festmacht. Die passende Hintergrundkulisse für beide Anlagenteile entstand aus mehreren Motiven vom Originalschauplatz und viel Photoshoparbeit.

Sommer 1931, die Rü.K.B. hat sich nun endlich entschieden von der Demminer Kleinbahn West (DKBW) die dort gar nicht benötigte 113m zu erwerben und als Rü.K.B. 9m einzureihen. Für die ersten Wochen des Einsatzes hat man der Maschine noch einmal ihre Privatbahnlackierung aus der Greifswald-Jarmener Kleinbahn-Zeit (GJKB), die sie bei derKurzstationierung bei der DKBW praktischerweise behalten hatte, aufpoliert. Doch das kann sich schnell ändern und das banale schwarz will man ihr schnellstmöglich im Altenkirchener Schuppen überpinseln. So fahren die Beschäftigten der Rü.K.B. noch so lange es geht mit vollem Stolz ihre neue und farbenfrohe Maschine auf dem Wittower Abschnitt der Nordstrecke wie sie vor wenigen Tagen bei ihrer Anreise mit "dem Jaspar" über den Rassower Strom übernommen wurde.
Gutsbesitzer Freiherr von der Lancken ist heute nach Bergen unterwegs. Dafür hat er einen der wenigen ab 1920 von der Endstation Bug nach Wiek
fahrenden Züge genommen. Als "höhergestellte Persönlichkeit" ist er einer der wenigen die jenes bescheidene Zugangebot auf der eigentlichen
Militärbahn ab Burkow Abzweig über Gramtitz-Starrvitz, Lancken, Dranske Gut, Dranske Dorf und Bug nutzen.
Einen Bericht vom Zusammenbau der 9m gibt es hier.

Darf ich vorstellen - "der Jaspar"! So wurde das Schiff von den Schiffern und Rügenbahnern einfach genannt und das blieb intern so auch
als es unter der DR-Regie als "Bergen" über den Rassower Strom tuckerte. In den letzten Monaten hab ich nun endlich den Umbau der Bergen zum Jaspar in Angriff genommen. Lange haben wir im Rügener/Greifswalder/Sächsischen/Berliner Rü.K.B.-Freundeskreis uns konstruktiv über das Aussehen der Fährschiffe zu dieser Zeit weit vor 1945 unterhalten. Speziell die Färbung des Schanzkleides war ein Thema. Schwarz oder Grün? Ich habe mich nach der Bildlage und den dort eindeutig erkennbaren unterschiedlichen Grautönen wie Ihr seht entschieden. Große Hilfe erhielt ich von Lasercut-Hofmann, die mir das Ruderhaus und das Oberdeck nach meinen Zeichnungen laserten. Die Beschriftung des Jaspars ist bei Hartmann-Original enstanden. Für das Porträt ging "der Jaspar" einmal im Wieker Hafen vor Anker und passt gerade so auf das Hafenbecken. Rü.K.B.-Wagen kann er da nicht aufnehmen. Höchstens Schafe, die nach Überlieferungen mit den Schiffen gelegentlich zu den Weiden nach Hiddensee gebracht worden. 

 

Durch einen grandiosen Zufall habe ich den Gw Nr. 154 als "Expressgut"-Wagen realisiert, wir er in den 1920er Jahren auf der Südstrecke unterwegs war: Bei ebay konnte ich ein Fotoalbum einer 1928 nach Rügen in die "Sommerfrische" aufgebrochenen jungen Familie ergattern. Zeitgenössisch haben die jungen Leute ihre Reise in vielen Bildern und flotten Sprüchen festgehalten. So reiste ihr schwarzer Schäferhund in einer Kiste als Expressgut nach, als die Wirtin der Selliner Pension ihr Einverständnis gegeben hatte, auch den Hund zu beherbergen. Als der Hund in Sellin Ost ankam, entstand das historische Foto mit dem Wagen 154. Basis für diesen Umbau ist ein Gw von Fröwis. Er hat eine bewegliche Balancierkupplung komplettiert mit der Weinert H0-Kupplung 8630. Der Wippbalken unter dem Wagenboden ist ein 1x1mm-Profil. Der erhabene Zettelkasten wurde versucht so weit wie möglich zu entfernen.